Die E-Mail kam an einem Dienstagmorgen, hoeflich und direkt. Ein Kunde mit Sitz in Deutschland wollte die Zusammenarbeit fortsetzen, fragte aber ob zukuenftige Rechnungen in Euro statt in US-Dollar ausgestellt werden koennten. Die Anfrage schien einfach genug. Die Rechnungswaehrung anpassen, sie ueber PayPal senden und weitermachen. Was in den folgenden Wochen tatsaechlich passierte, wurde zu einem der lehrreichsten finanziellen Umwege der gesamten Freelancer-Karriere und enthuellte eine Schicht versteckter Kosten, die die meisten Dienstleister nie genau genug untersuchen.

Die erste Rechnung wurde mit einer scheinbar fairen Umrechnung verschickt. Das Projekthonorar betrug $2.500 und der EUR-Gegenwert wurde anhand des an diesem Morgen bei Google angezeigten Wechselkurses berechnet. Die Rechnung wurde gesendet, der Kunde zahlte zuegig und die Mittel trafen auf dem PayPal-Konto ein. Aber der Betrag der ankam war merklich kleiner als erwartet. Nicht dramatisch kleiner, nicht genug um eine sofortige Beschwerde auszuloesen, aber genug um ein nagendes Gefuehl zu erzeugen dass etwas nicht stimmte. Die Differenz betrug ungefaehr $112 bei einer Transaktion von $2.500. Das ist kein Rundungsfehler. Das sind 4,5 Prozent des Gesamtbetrags, still absorbiert in dem was PayPal als seine "Waehrungsumrechnungsgebuehr" beschreibt.

Was dies besonders frustrierend machte war der Mangel an Transparenz. PayPal zeigt seinen Aufschlag im Moment der Umrechnung nicht prominent an. Der auf die Transaktion angewandte Wechselkurs erscheint als einzelne Zahl und sofern nicht jemand ihn aktiv mit dem Mittelkurs vergleicht der ueber Finanzdatendienste verfuegbar ist gibt es keinen offensichtlichen Hinweis darauf dass ein Spread hinzugefuegt wurde. Der Mittelkurs an diesem Tag lag bei ungefaehr 0,92 EUR pro USD. PayPal wandte etwas naeher an 0,88 an. Diese Luecke, unsichtbar wenn man nicht weiss wo man suchen muss, stellte die tatsaechlichen Kosten der Bequemlichkeit dar.